Dieser Beitrag gehörte früher zu meinen Lieblingen im Blog, bis er beim großen Datencrash zusammen mit vielen anderen Texten aus den letzten knapp 20 Jahren verloren ging. Genau deshalb möchte ich ihn jetzt wieder hier in meinem Blog haben: für mich selbst, als Erinnerung an unsere Reisen, und für Euch, die Ihr vielleicht genauso gerne darin blättern wie ich. Gleichzeitig soll er natürlich auch als kleine Entscheidungshilfe dienen, falls Ihr gerade über einen Urlaub in Portugal an der Algarve oder einen Ausflug nach Lissabon nachdenkt und wissen wollt, wie sich ein Urlaub in diesem wunderschönen Land wirklich anfühlt. So hole ich Stück für Stück ein paar meiner alten Blog-Schätze zurück.
Im Sommer 2014 führte uns unsere Reiseplanung nach Portugal an die Algarve. Ich kannte die Landschaft nur aus Reiseführern und Prospekten und fand sie immer schon wunderschön. Wie bei all unseren Reisen, setzte ich mich an den PC und suchte eine Unterkunft in Portugal. Es sollte kein Hotel, sondern ein Haus sein. Nicht direkt am Strand, etwas im Landesinneren aber ‘zentral’ genug, um von dort aus Ausflüge mit einem Mietwagen starten zu können. Außerdem wollten wir, wenn wir schon einmal in Portugal sind, ein paar Tage in Lissabon verbringen und uns die Stadt anschauen. Das Haus, das wir gemietet hatten, ist in Santa Barbara de Nexe, steht aber leider nicht mehr zur Vermietung, deshalb kann ich es Euch hier nicht verlinken.
Das Haus lag auf einer Anhöhe mitten in der Pampa – wenn ich das so sage darf. Wir waren mit Freunden dort, die Kinder hatten einen Riesenspaß im Pool und auf dem großen Areal … und die Lage sowie die Ruhe dort waren unschlagbar! Ohne Auto ist man dort allerdings aufgeschmissen. Weit und breit kein Nachbar und ab und zu kam mal der ‘Hausmeister’ vorbei, schaute nach dem rechten, gab uns Tipps und reinigte den Pool.






Mit unseren Autos waren wir flexibel und schauten uns tagsüber die wunderschöne Umgebung an. So auch die Igreja de São Lourenço (Kirche des Heiligen Laurentius) in Almancil, einem kleinen Ort in der zentralen Algarve, nur wenige Kilometer nördlich von Faro. Sie wirkt von außen eher unscheinbar; eine schlichte weiße Barockkirche aus dem 18. Jahrhundert. Aber innen erwartet einen ein wahres Kunstwerk. Fast jeder Quadratzentimeter ist mit wunderschönen Azulejos bedeckt, den traditionellen portugiesischen Keramikfliesen in intensivem Kobaltblau auf Weiß. Die Fliesen, handbemalt vom Meister Policarpo de Oliveira Bernardes um 1730, erzählen die Lebensgeschichte des Heiligen Laurentius und erstrecken sich über Wände, Gewölbe und sogar bis in die kleine Kuppel. Der dramatische Kontrast entsteht durch das prachtvolle, vergoldete Barock-Retabel (Altaraufsatz) aus geschnitztem Holz, das wie ein goldener Thron wirkt und mit Engeln, Putten und Blattwerk verziert ist. Die Kirche überstand das große Erdbeben von 1755 fast unversehrt (es sollen nur fünf Fliesen heruntergefallen sein) und gilt als eines der schönsten Beispiele barocker Fliesenkunst in der Algarve. Ein absolutes Highlight, wenn man in der Region unterwegs ist.


Das folgende Foto zeigt die Praça Luís de Camões (auch Praça Luis de Camoes genannt) im Herzen der Altstadt von Lagos an der westlichen Algarve in Portugal. Dieser zentrale, lebendige Platz ist umgeben von Cafés, Restaurants und historischen Gebäuden – und das markante Highlight ist genau dieses grün geflieste Haus (mit Azulejos in leuchtendem Grün und floralen Dekorationen), das als Wahrzeichen des Platzes gilt.

Südlich von Lagos startete unsere Bootstour in der Marina de Lagos südlich entlang der Küste, vorbei an Stränden wie Praia Dona Ana und Praia do Camilo, bis zur Ponta da Piedade. Dort gleiten die Boote durch die dramatischen Grotten, Höhlen und Felsbögen hindurch.





Auch zu Fuß kann man an der Ponta da Piedade bei Lagos über den Holzweg laufen, der sich hier über die dramatischen, ockerfarbenen und rötlichen Kalksteinfelsen, die bis zu 20 Meter steil ins Meer abfallen, windet.






Auf unserer Portugal-Reise haben wir ein paar Tage Lissabon besucht. Schon allein die Fahrt dorthin ist beeindruckend.


Lissabon hat mich mit seiner lebendigen Mischung aus Altem und Neuem, aus Hügeln und Meer sofort in den Bann gezogen. Die Stadt liegt am breiten Tejo-Ästuar, und von einem der vielen Aussichtspunkte aus, wie dem Miradouro da Senhora do Monte oder ähnlichen Plätzen, öffnet sich ein atemberaubender Blick über das bunte Meer aus orangeroten Dächern, pastellfarbenen Fassaden und weißen Kirchenkuppeln, das sich bis zum glitzernden Fluss erstreckt, mit Palmen und dem weiten Horizont im Hintergrund.








Unten in den Gassen der Altstadt hört man überall das vertraute Rattern der berühmten Remodelos, die historischen Straßenbahnen wie die Linie 28, die sich quietschend und voll besetzt die steilen Straßen hochkämpfen, mit Passagieren, die lachend aus den Fenstern hängen und die Stadt wie ein lebendiges Postkartenmotiv durchqueren.



Nicht fehlen darf bei unserem Lissabon-Besuch natürlich der Elevador de Santa Justa (auch Elevador do Carmo genannt), das ikonische neugotische Wahrzeichen im Herzen Lissabons. Dieses 45 Meter hohe, gusseiserne Meisterwerk aus dem Jahr 1902 – entworfen vom Schüler von Gustave Eiffel – verbindet die tiefer gelegene Baixa mit dem höher gelegenen Chiado-Viertel und dient gleichzeitig als Aussichtsplattform.
Und dann die magischen Momente im Oceanário de Lisboa (eines der größten Aquarien Europas).


Portugal, du wunderschönes Land mit deiner warmen Lebensfreude, deinen goldenen Stränden, dem azurblauen Meer, den bunten Azulejos und pulsierenden Städten, deinem sanften Licht und der herzlichen Gastfreundschaft: Du schenkst uns nicht nur unvergessliche Urlaubsmomente, sondern ein Stück tiefes, echtes Lebensgefühl. ❤️

