Wer gehofft hatte, dass der August nach den Hitzewellen im Juni und Juli etwas Entspannung für den Garten bringt, wurde hier im Sauerland schnell eines Besseren belehrt. Auch der August zeigte sich von seiner unerbittlichen Seite: Anhaltend hohe Temperaturen, eine kräftige Hochdruckzone und das Ausbleiben ersehnter Regengüsse setzten dem Grün im Garten ordentlich zu. Erlösender Niederschlag blieb weitgehend Mangelware, sodass der Rasen unter den sommerlichen Bedingungen Schritt für Schritt die Segel strich, sich schließlich knusperbraun präsentierte und nun wachsen darauf auch noch Champignons … sorry, aber ich find’s lustig … Erfreulicherweise dringen inzwischen grüne Grashalme durch die ‘braune Wüste’ und ich hoffe, dass die Champignons dann auch wieder verschwinden.

Auch wenn das viele Braun auf der Rasenfläche dominiert, zeigen sich im Beet zum Glück noch einige unermüdliche Dauerblüher. Die zarten Anemonen recken stolz ihre Blüten empor und bringen Leichtigkeit ins Beet. Gleich daneben tanzt die Prachtkerze wie eine Schar kleiner weißer Schmetterlinge über den Halmen. In ihr tummeln sich die Bienen, und zwar so laut, dass mich vor ein paar Tagen ein Handwerker fragte, ob das laute Geräusch eine Drohne sei. 🐝 🐝 🐝


Beim genauen Hinsehen entdeckt man immer wieder so manche kleine Überraschung auf den Blütenstängeln der Prachtkerze. Auf den feinen Trieben hat sich heute bei mir diese hübsche Gartenbeerenwanze eine kleine Pause gegönnt. Mit ihrer rotbraunen Färbung und den auffällig schwarz-weiß geringelten Fühlern ist sie ein richtiger kleiner Hingucker. Im Garten richtet sie keinen Schaden an; sie genießt einfach die warmen Sonnenstrahlen und die Spätsommerruhe im Beet.

Besonders faszinierend ist derzeit auch das Spiel der Hortensien: Die riesigen Blütendolden verabschieden sich langsam von ihrem frischen, weißen Sommerkleid und wechseln sanft die Farbe. Sie verfärben sich nun in ein zartes Grün und später in ein verwaschenes Rosa. Dieser Morpheffekt gehört für mich zu den schönsten Farbwechseln des Spätsommers in unserem Garten und hat einen leicht nostalgischen Charme.

Den Eukalyptus haben wir erst im letzten Herbst gepflanzt. Er hat sich prächtig entwickelt und trotzt der Sommerhitze bisher ohne mit der Wimper zu zucken. Seine kreisrunden, silbrig-blau bereiften Blätter bringen eine wunderbar kühle, mediterrane Note ins Beet und schimmern in der Sonne fast wie kleine Silbermünzen. Wenn man beim Vorbeigehen leicht an den frischen Trieben streift, strömt sofort dieser herrlich aromatische, ätherische Duft durch die Luft.

Nun läuten auch die Ziergräser Schritt für Schritt das Spätsommerfinale ein. Ganz klammheimlich schieben sich die ersten zarten Blütenrispen aus den schlanken Halmen empor. Noch zeigen sie sich ganz fein und schüchtern, doch schon bald verwandeln sie den Horst in eine luftige, filigrane Wolke, die sich sanft im kleinsten Windhauch wiegt. Zusammen mit den aufrechten Halmen bringen diese zarten Rispen genau die Leichtigkeit und Struktur ins Beet, die dem Garten im Übergang zum Herbst so gut steht.

Der bevorstehende Herbst lässt sich nicht mehr leugnen. Der Sommer zieht sich unaufhaltsam zurück. Am Echinacea hängen die Blütenblätter bereits vertrocknet nach unten und machen Platz für die markanten, igelartigen Samenstände.
Und zwischen den gewellten Blättern und gedrehten Zweigen unserer Korkenzieherhasel verbergen sich nun die fertig ausgebildeten Nüsse, die in ihren fransigen Hüllen von Tag zu Tag brauner werden. Geerntet werden sie von den Eichhörnchen. Sie spionieren den Strauch schon seit Tagen aus und warten nur auf den perfekten Moment. So bringt die Natur ganz ohne großes Blütenfeuerwerk ihre ganz eigene, charmante Spätsommerruhe in den Garten.


Und genau mit dieser ruhigen, herbstlichen Vorfreude verabschiede ich mich für diesen Monat aus dem Garten. Startet gut in den Gartenmonat September und genießt die ersten goldenen Spätsommertage.


8 Comments
karin
31. August 2026 at 22:49hahaha, so sieht unser rasen auch aus. aber wir haben keine champignons, zum glück! bei uns regnet es heute und ich kann dir gar nicht sagen, wie froh ich darüber bin. von mir aus kann es jetzt eine woche durchregnen.
schönen wochenstart,
karin
benbino
4. September 2026 at 16:21Liebe Karin, die Champignons stehen in einer Reihe, ganz akurat! Ich habe sie schon einmal abgemäht und einmal abgezupft. Hoffe, dass sie irgendwann verschwinden. Ja, von mir aus kann es jetzt auch ein paar Tage regnen. Ich drücke uns die Daumen!
LG Ute
Susanne
1. September 2026 at 7:16Liebe Ute!
Was ist das bitte für eine wunderschöne Anemone? Ist das eine Staude?
Ja die Trockenheit hat in diesem Jahr allen Pflanzen zugesetzt. Was schreibe ich? Nicht nur den Pflanzen!
Hoffen wir auf einen richtig nassen September.
Viele liebe Grüße
Susanne
benbino
4. September 2026 at 16:22Dankeschön, liebe Susanne, das ist eine Herbstanemone und ja, eine Staude.
Ich brauche diese Hitze auch nicht mehr und einen nassen September find ich auch gut! 😊
LG Ute
Bea
1. September 2026 at 9:22Liebe Ute, danke für deinen kleinen Einblick in euren Garten. Hier bei uns sieht es auch so aus. Mir hat es schon gereicht, die Beete zu wässern den Rasen wollte ich nicht. Der erholt sich schon wieder. Die Pilze scheinen sich wohlzufühlen. Koch dir eine Suppe damit. Nein, bitte nicht!
Ich sende dir liebe Grüße
Bea
benbino
4. September 2026 at 16:23Liebe Bea,
so habe ich es auch gehandhabt. Die Beete wässern, den Rasen nicht. Sehe ich nicht ein. Der erholt sich hoffentlich wieder und wenn nicht, wird neu gesät.
Die Pilze landen im Müll, die kaufe ich nur im Supermarkt. 😊
LG Ute
Ruth
1. September 2026 at 23:04Knusper, Knusper … trifft es auf den Kopf. Es hört sich auch so an, wenn ich über unsere Wiese laufe. Schlimm!
Ich drücke uns allen die Daumen, dass der Herbst schön nass wird.
LG
Ruth
benbino
4. September 2026 at 16:24Liebe Ruth,
ja, hier knuspert es auch, wenn ich über die braune Wiese laufe. Stört mich aber irgendwie nicht. Die wird schon wieder grün.
Ein nasser Herbst wäre gut.
LG Ute